TGA-Planer

Mit Sicherheit zum Erfolg

Mit Sicherheit zum Erfolg

Hoyer Brandschutz GmbH

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Werner Hoyer-Weber

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Lesedauer: 4 min.

Wie erarbeitet man sich ganz bewusst einen guten Ruf? Wie viel Manager steckt in einem Techniker? Und wie kann die Brandschutzbranche ihren Teil zum klimagerechten Planen & Bauen beitragen? Werner Hoyer-Weber, Geschäftsführer von Hoyer Brandschutz, am heißen Interview-Stuhl ...

untermStrich Kunde Hoyer Brandschutz Werner Hoyer-Weber
untermStrich Kunde Hoyer Brandschutz Werner Hoyer-Weber

Wir fallen direkt mit der Tür ins Haus: Wie baut man ein erfolgreiches Unternehmen rund um ein vermeintliches „Underdog-Thema“ wie Brandschutz auf?

„Mit fachlicher Neugierde. Brandschutzplanung kann man nicht im klassischen Sinn in einer Schule lernen oder studieren. Wir befinden uns hier in einer absoluten Nische. Und man braucht eine Portion Glück. In unserem Fall war es die Tatsache, dass die Brandschutzplanung seit meiner Übernahme des Familienbetriebes vor knapp 20 Jahren zu einem gewichtigem Faktor in der Bauplanung geworden ist. Über allem steht aber natürlich immer die Qualität unserer Arbeit. Und am Ende ist Kundenorientierung wichtig. Man muss zuhören, verstehen, was gebraucht wird, die Aufgabenstellung genau definieren. Um am Ende genau das abliefern zu können, was der Kunde von uns erwartet. Genau deswegen werden wir beauftragt und weiterempfohlen. In Bürogrößen wie unserer ist Mundpropaganda, also der gute Name, enorm hilfreich. Und diese kann man sich durch gute, ehrliche, hochqualitative und pünktliche Leistungen erarbeiten. Das gilt für jedes Planungsbüro.“

Eine Nische wird nicht durch Größe erfolgreich, sondern durch Relevanz. Fachliche Neugierde, klare Qualitätsstandards und echtes Verständnis für die Aufgabenstellung bilden hier die Grundlage. Was Auftraggeber weiterempfehlen, ist nicht das Spezialgebiet an sich, sondern die Verlässlichkeit, mit der Anforderungen verstanden und umgesetzt werden. Gerade in kleineren Bürostrukturen bleibt der gute Name ein entscheidender Faktor.

Zu wie viel Prozent sind Sie im Alltag Manager?

„Zu ziemlich genau 50 Prozent. Wobei ich gerade in einer Phase bin, in der ich wohl noch mehr Manager als Techniker werden muss, immerhin ist unser Unternehmen gewachsen. Aber natürlich macht mir die fachliche Arbeit weiterhin Spaß. Im technischen Bereich kann ich beobachten, dass Firmenchefs oft sehr gut in ihrem Fachbereich sind. Die wirtschaftlichen Notwendigkeiten, die es aber für das Führen eines Betriebes braucht, bleiben oft auf der Strecke. Für mich macht den Erfolg eines Unternehmens aber genau die Kombination beider Aspekte aus: hohe fachliche Kompetenz, aber eben auch die Unternehmens- und Mitarbeiterführung und alle damit zusammenhängenden unternehmerischen Komponenten.“

50 Prozent Management, 50 Prozent Technik – und mit dem Wachstum verschiebt sich diese Balance weiter. Die Beobachtung dahinter ist zentral: Fachliche Stärke allein trägt ein Unternehmen nicht. Wirtschaftliche Steuerung, Führung und unternehmerische Verantwortung gehören genauso dazu. Erfolg entsteht dort, wo beides zusammenkommt.#

Wie wird man „noch mehr Manager“?

„An so einem Punkt muss es das Ziel sein, das technische Fachwissen an meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu vermitteln. Das ist die große Herausforderung. Gerade dafür braucht es auch die notwendigen Tools wie eine Wissensdatenbank, in der wir Informationen aufbereiten, die dann vom Team je nach Bedarf abgerufen werden können. Was haben wir aus erfolgreichen Projekten, aber vielleicht auch aus weniger erfolgreichen gelernt? Hier ist eine Datenbank wie untermStrich essentiell. Natürlich muss sie dementsprechend von allen gepflegt werden. Um alle im Team dazu zu motivieren, ziehe ich gerne den Vergleich zu einem Schweizer Taschenmesser, das für jeden praktisch ist. Kurz gesagt geht es um die Frage, wie ich mit geringstem Aufwand die Informationen einarbeiten kann, um mir am Ende einen großen Informationsmehrwert aus dem Tool zurückholen zu können.“

Mehr Management bedeutet in diesem Fall vor allem: Wissen im Unternehmen verfügbar zu machen, statt es an einzelne Personen zu binden. Genau dafür braucht es Strukturen und Tools, die Erfahrungen aus Projekten systematisch sichern und für das Team nutzbar machen. Entscheidend ist dabei nicht nur die Datenbank selbst, sondern ihre Akzeptanz im Alltag. Der Nutzen muss für alle unmittelbar nachvollziehbar sein – dann wird aus Dokumentation ein echter Informationsvorsprung.

Da wir schon über langjährige Erfahrung sprechen: Wie sehr hat sich Brandschutz in den vergangenen Jahren verändert?

„In ganz vielen Bereichen grundlegend. Nationale Normungen wurden durch ein europäisches System ersetzt. Die einzelnen Bauteile müssen nicht mehr nur, wie in unserem Fall, österreichischen Ansprüchen entsprechen, sondern internationalen. Auch die Regelwerke haben sich angepasst. Und wir arbeiten inzwischen auch mit Ingenieurmethoden im Brandschutz, also mit computergestützten Brand- und Evakuierungssimulationen für Gebäude, um Nachweise für deren Sicherheit liefern zu können. Wir sind gefordert, uns ständig weiterzubilden und auf Veränderungen zu achten und zu reagieren. Nur so kann man dem Kunden immer eine moderne Planung anbieten.“

Da wir schon über langjährige Erfahrung sprechen: Wie sehr hat sich Brandschutz in den vergangenen Jahren verändert?

„In ganz vielen Bereichen grundlegend. Nationale Normungen wurden durch ein europäisches System ersetzt. Die einzelnen Bauteile müssen nicht mehr nur, wie in unserem Fall, österreichischen Ansprüchen entsprechen, sondern internationalen. Auch die Regelwerke haben sich angepasst. Und wir arbeiten inzwischen auch mit Ingenieurmethoden im Brandschutz, also mit computergestützten Brand- und Evakuierungssimulationen für Gebäude, um Nachweise für deren Sicherheit liefern zu können. Wir sind gefordert, uns ständig weiterzubilden und auf Veränderungen zu achten und zu reagieren. Nur so kann man dem Kunden immer eine moderne Planung anbieten.“

Kann Brandschutz nachhaltig sein?

„Er muss es sogar! Ich denke da zum Beispiel an die Sanierung im Altbau. Bricht man bestehende Gebäudeteile nicht ab, die man im Anschluss wieder neu errichten muss, ersparen wir uns LKW-Fahrten, Ressourcen in Sachen Baumaterialien und können mit guter Planung sowie einer dementsprechenden Ingenieurarbeit denselben Sicherheitsstandard erreichen. Die Bauwirtschaft hat auch einen erheblichen Anteil an der CO2-Thematik. Der Schutz von wertvoller Bausubstanz ist uns etwa beim ehemaligen Bankvereinsgebäude am Schottentor in Wien gelungen, das Teil der berühmten Ringstraße ist. Denkmalgeschütze Bereiche konnten erhalten werden, trotzdem konnten wir aber die Sicherheit im Haus erhöhen. Am Ende ist ein solches Vorgehen auch günstiger. Steckt man mehr Zeit in eine unabhängige Fachplanung, sind die Investitionen am Ende wirtschaftlicher. Wir befinden uns alle in einer Zeit großen Wandels. Aus meiner Sicht gibt es beim klimagerechten Bauen kein Zurück mehr. Und unsere Aufgabe als Ingenieure ist es, dazu beizutragen und neue Wege und Lösungen zu finden.“

Welchen Rat geben Sie jungen Kollegen mit auf den Weg?

„Nehmt das Wort Berufung wirklich ernst. Was man gerne macht, wird man gut machen. Man ist ein guter Unternehmer, wenn man mit Freude und Begeisterung arbeitet. Und wir haben wirklich großartige Gestaltungsmöglichkeiten in allen Bereichen der Baubranche, aber auch in der Technik generell.“

Hoyer Brandschutz GmbH
Sitz: Wie, Österreich

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