Hier lassen Sie Ihr Geld liegen!

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Kommt einem fehlendes Änderungsmanagement tatsächlich teuer zu stehen? Guido R. Strohecker – einer der Keyspeaker bei der 3. MESSE@home – sagt klar Ja. Und erklärt direkt, wo. Der Wegweiser.

 

Was ist das Hauptproblem, das Planer als Unternehmer haben? 

Strohecker: Sie können oft eine Frage nicht beantworten: Wie macht man mit geistiger, immaterieller Leistung Geld? Kurz: Wie viel kosten deine Gedanken? Wir haben kein klassisches Produkt, dessen Wert man so einfach bemessen kann. Unser wichtigstes Gut, den Faktor Zeit, kann man nicht angreifen und dem Kunden in die Hand drücken. Wir sagen aber ganz klar, dass auch wir als Planer uns eine entscheidende Frage stellen müssen. Was sind wir uns wert? Was ist eine Bürostunde wert, was unsere Leistung. Was Kreativität – da kann man lange diskutieren.

Wie sieht sie die praktische Lösung für dieses riesige Problem aus?

Strohecker: Ich muss wissen, wie viele Stunden ich für ein Projekt zur Verfügung habe. Sowohl im Kreativprozess, in der Umsetzung aber auch in der technischen Arbeit. Diesen Faktor Zeit richtig aufs Papier bringen zu können, ist für moderne Planungsbüros das ultimative Unternehmenswerkzeug. Die Themen, die in einem Büro bearbeitet werden, sind vielseitig und vielschichtig. Eines haben wir in unseren Ausbildungen nie gelernt: Betriebswirtschaft und Unternehmensführung. Dabei gehört das im Umfeld der Architektur- und Ingenieurbüros zur notwendigen Überlebensstrategie dazu, damit dieser Kreativberuf auch einen stabilen wirtschaftlichen Background erhält.

Man könnte jetzt sagen, Kreative tun sich eben einfach schwer mit Organisation…

Strohecker: Ja, das mag schon stimmen. Trotzdem ist gutes Management ein absolutes Muss. Sonst geht man unter. Bis heute erleben wir Diskussionen unter Berufskollegen, dass Entwerfen eben einfach schwer in Stunden und Kosten zu messen ist. Ja, wir führen kreative Aufgaben aus. Aber wir sind keine Künstler. Wir sind selbstständige Unternehmer. Wir müssen jeden Tag mit dem Thema Kosten und Kostenmanagement umgehen. Und im besten Fall machen wir das auch noch gut und effizient. Dieses Wissen ist keine Revolution. Das ist Hausverstand.

Sie sagen, Planer lassen meist selbst ihr Geld im Büro liegen.

Strohecker: Ja, weil es in den meisten Unternehmen schlicht an einem exakten Änderungsmanagement fehlt. Ein Beispiel, das wohl vielen Architekten und Ingenieuren bekannt vorkommen dürfte: Der Auftraggeber verursacht immer wieder durch spontane Änderungswünsche zusätzlich geleistete Stunden, die in das Projekt fließen. Bei der großen Endabrechnung fehlt aber der Nachweis über diese Stunden, die Nachverhandlung scheitert. In einem siebenköpfigen Büro gehen alleine durch fehlendes Änderungsmanagement bis zu 100.000 Euro pro Jahr verloren. Das sollte einem zu Denken geben.

Wie?

Strohecker: Mit lückenloser Zeiterfassung. Dokumentiert jeder, der am Projekt arbeitet, was er wann gemacht hat, kann man bei einer nötigen Nachverhandlung bis auf den letzten Cent fair abrechnen. Je genauer man gerade das Änderungsmanagement betreibt, desto besser. Eine digitale Managementsoftware kann das zu einem echten Kinderspiel machen. Für den einzelnen Mitarbeiter sind es am Ende ein paar wenige Mausklicks, für das Planungsbüro aber der entscheidende Faktor am Weg zum wirtschaftlichen Erfolg.

Welchen Tipp geben Sie jedem jungen Architekten mit auf seine Reise in die Selbstständigkeit?

Strohecker: Von Kreativität alleine kann man nicht überleben. Selbstorganisation ist Key. Erst wenn man auch seine Buchhaltung und das Projektmanagement im Griff hat, kann man auch als Unternehmen wachsen. Dieses Wachstum wiederum ermöglicht schließlich die Abwicklung großer Projekten, von denen man schon im Unihörsaal geträumt hat. Man muss sich selbst Weiterbilden, jede Information an unternehmerischem Wissen aufsaugen, die man bekommen kann. Und man sollte sich die richtigen digitalen Tools zunutze machen. Wenn man damit ein stabiles Fundament für seine Firma gebaut hat, darf man auch gerne einen Wolkenkratzer darauf bauen.

Zum Abschluss gehen wir noch einmal zum Beginn unseres Gesprächs zurück. Wie viel kosten Sie denn nun, die Gedanken der Architekten und Ingenieure?

Strohecker: Sagen wir so: Man muss seinen eigenen Wert erst selbst erkennen, bevor man selbst ein wirklich faires Preisschild darauf hängen kann. Dieser Verantwortung muss man sich in unserer Branche einfach stellen. Tut man das, ist es aber am Ende ganz leicht, auf unternehmerischem Erfolgskurs zu bleiben.

 
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